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Leitende Grundsätze der deutschen Fortschritts-Partei in Franken. Beschlossen am

Fortschritts-Partei – Leitende Grundsätze der deutschen Fortschritts-Partei in Franken. Beschlossen am 17. November 1878. (Nürnberg), (W. Tümmel’s Buchdruckerei), (1878). (3) S., gef.

„Aus einem Zusammenschluss liberaler und demokratischer Mitglieder des preußischen Abgeordnetenhauses ging am 6. Juni 1861 die Deutsche Fortschrittspartei hervor. Als erste deutsche Programmpartei forderte sie unter anderem die Einigung Deutschlands unter einer starken preußischen Zentralgewalt und eine gemeinsame deutsche Volksvertretung. Für die innere Entwicklung Preußens standen die Durchsetzung aller verfassungsgemäßen Rechte und neue Gemeinde-, Kreis- und Provinzialordnungen auf der Liste politischer Forderungen. Zwischen 1861 und 1866 war die Deutsche Fortschrittspartei, zu deren Mitgliedern auch der Mediziner Rudolf Virchow, der Althistoriker Theodor Mommsen, Paul Singer und der Industrielle Werner Siemens gehörten, stärkste Fraktion im preußischen Abgeordnetenhaus. Nach innerparteilichen Differenzen über die Indemnitätsvorlage, die der preußischen Regierung unter Ministerpräsident Otto von Bismarck nachträglich Schutz vor Strafverfolgung bezüglich der verfassungswidrigen Finanzierung der Heeresreform 1861 zubilligte, trennten sich die Unterstützer Bismarcks von der Fortschrittspartei und gründeten 1867 die Nationalliberale Partei. … Überschattet von der antisozialistischen Kampagne im Kaiserreich verabschiedete der Parteitag der Deutschen Fortschrittspartei im November 1878 ein neues Programm, dass in den Hauptpunkten alten liberaldemokratischen Forderungen glich: Die Rechte des Reichstags sollten gestärkt, die verfassungsgemäße Rechtstaatlichkeit vor allem auf den Gebieten der Presse-, Versammlungs- und Vereinsfreiheit konsequent durchgesetzt sowie die Gestaltung des Wirtschaftsmarktes nach sozialliberalen Gesichtspunkten verbessert werden. Ihre Ablehnung der Schutzzollpolitik Bismarcks 1878/79 und die deutliche positionelle Abgrenzung von den Nationalliberalen brachten der Fortschrittspartei neue Sympathien vor allem im städtischen Mittelstand ein. Als einzige bürgerliche Partei konnte sie vor allem in ihren organisatorischen Zentren in Berlin, Schleswig-Holstein und Sachsen bei der Reichstagswahl am 27. Oktober 1881 deutliche Stimmengewinne verbuchen und wurde mit 60 Mandaten zweitstärkste Fraktion nach dem Zentrum. Der linke Flügel nutzte den Wahlerfolg zur weiteren Opposition gegen Bismarck, teilweise gemeinsam mit den Sozialdemokraten. Zu einem offenen Konflikt mit dem Kanzler kam es allerdings nicht. Vielmehr strebte Parteiführer Eugen Richter die Stärkung des Linksliberalismus in Deutschland an und forcierte den Zusammenschluss der Fortschrittspartei mit der 1880 von den Nationalliberalen abgespaltenen Liberalen Vereinung. Am 5. März 1884 fusionierten beide Parteien zur Deutsch-Freisinnigen Partei.“ (Deutsches Historisches Museum).

EUR 80,-- 

81465-1

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