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Wandel, Eckhard: Hans Sch├Ąffer. Steuermann in wirtschaftlichen und politischen Krisen. 1886-1967.

Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt, 1974. 378 S., 1 Tit.Portr., gr.okt., Ln., OU.   #10552   EUR 15,00

"Sch├Ąffer (Breslau 1886-1967 J├Ânk├Âping) wurde Ende 1918 als Geheimer Regierungsrat und Vortragender Rat in das Reichswirtschaftsamt berufen und war seit 1919 in gleicher Funktion im Reichswirtschaftsministerium t├Ątig. 1923 ├╝bernahm er als Ministerialdirektor die Leitung der wirtschaftspolitischen Abteilung. Sch├Ąffer wurde am 28. Dezember 1929 als Staatssekret├Ąr ins Reichsfinanzministerium berufen und wirkte unter den Reichsministern Paul Moldenhauer und Hermann Dietrich. W├Ąhrend seiner Amtszeit machte er sich einen Namen als f├╝hrender deutscher Finanzsachverst├Ąndiger und nahm an den internationalen Reparationskonferenzen teil. Sein ausf├╝hrliches Tagebuch aus dieser Zeit, das er auf der Grundlage w├Ąhrend Kabinettssitzungen und anderer wichtiger Beratungen angefertigter stenographischer Notizen entstand, ist eine wichtige Quelle f├╝r die ├ära Br├╝ning. Es wird im M├╝nchner Institut f├╝r Zeitgeschichte aufbewahrt. Im Fr├╝hjahr 1932 trat er im Streit um die Biersteuer zur├╝ck, deren Erh├Âhung Br├╝ning nach einem Streik der Gastwirte nicht durchsetzen zu k├Ânnen glaubte. Sch├Ąffer, der seit Beginn der Weltwirtschaftskrise wiederholt gro├če M├╝he hatte, die Zahlungsf├Ąhigkeit des Reiches aufrechtzuerhalten, schied daraufhin aus dem Staatsdienst aus. Seit Mai 1932 hatte er zusammen mit Allen W. Dulles, Marcus Wallenberg und Jean Monnet die Aufsicht bei der Sanierung des schwedischen Z├╝ndholzkonzerns SvenskaT├Ąndsticks Aktiebolaget (STAB) inne. Au├čerdem war er seit 1932 Generaldirektor des Ullstein Verlages. Nach der Macht├╝bernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde Sch├Ąffer entlassen, weil er j├╝dischen Glaubens war. Er emigrierte im Juli 1933 nach Schweden, erhielt 1938 die schwedische Staatsb├╝rgerschaft und war bis 1962 als leitender Angestellter (Rechts- und Finanzberater) f├╝r den STAB t├Ątig. Von dort aus hielt Sch├Ąffer ├╝ber Mittelsm├Ąnner Kontakt zur Widerstandsgruppe des 20. Juli 1944. Au├čerdem hielt er Verbindung zum Kreisauer Kreis. 1952/53 fungierte er als Berater der schwedischen Delegation bei der Londoner Schuldenkonferenz. 1957 wurde er Pr├Ąsident des "Rates der Juden aus Deutschland" (Council of Jews from Germany)."



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